TeamViewer Facebook Twitter Xing Kununu LinkedIn DigitalDojo

Aktuelle Informationen zur Kurzarbeit

Kurzarbeit

Aktuelle Informationen zur Kurzarbeit

1. Verlängerungsbegehren ab 1. Juli 2020 nur noch drei Wochen rückwirkend möglich

Wir möchten Sie daran erinnern, dass Kurzarbeitsverlängerungen seit 1. Juli 2020 nur noch für maximal drei Wochen rückwirkend beantragt werden können.

2. AMS-Kurzarbeitsbeihilfe für Phase 2

Die Berechnung der AMS-Beihilfen für Phase 2 (ab 01.06.2020 begonnene bzw. verlängerte Kurzarbeiten) wurde aufgrund politischer Vorgaben (u.a. aus budgetären Gründen) abgeändert. Statt der Pauschalsatzmethode (anhand der AMS-Tabellen) kommt - ähnlich dem in der Personalverrechnung maßgeblichen Konzept - eine Art "Differenzmethode" zur Anwendung. Diese neue Förderlogik soll auch die beim Paschalsatzsystem mögliche "Überförderungen" vermeiden.

Beachten Sie bitte, dass es auf der AMS-Homepage eine neue AMS-Excel-Projektdatei für die Abrechnung von Phase 2 gibt.

Das AMS-Online-Abrechnungstool (insbesondere für kleinere Betriebe geacht) wurde ebenfalls adaptiert und ist sowohl für Phase 1 als auch Phase 2 verwendbar. Je nach dem eingegebenen Beginndatum der Kurzarbeit bzw. der Verlängerung erkennt das Online-Tool, welche Fördermethode (Phase 1 oder Phase 2) anwendbar ist und stellt die Parameter dementsprechend ein.

Für die AMS-Kurzarbeitsbeihilfe der Phase 2 gelten keine Pauschalsatztabellen mehr. Die Beihilfe setzt sich vielmehr aus den folgenden Beträgen zusammen:

  • Kurzarbeitsunterstützung plus pauschaler Lohnnebenkosten-Aufschlag von 27%

  • Anteilige Sonderzahlungen, und zwar pauschal in Höhe von 1/6 von der Differenz zwischen Brutto vor Kurzarbeit und Arbeitsentgelt, plus pauschaler Lohnnebenkosten-Aufschlag von 30%

  • Sozialversicherung pauschal in Höhe von 39% von der Differenz zwischen Brutto vor Kurzarbeit und Bruttomindestentgelt während Kurzarbeit

3. Keine Änderungen der Bruttomindestentgelttabelle durch die Lohnsteuersenkung

Laut einer Information des Arbeitsministeriums (BMAFJ) wird die Bruttomindestentgelttabelle ungachtet der rückwirkenden Lohnsteuersenkung nicht mehr geändert werden. Für die tatsächliche Kurzarbeitsabrechnung (ausgehend vom Bruttomindestengelts gemäß Tabelle) kommt dann selbstverständlich die Lohnsteuersenkung zur Anwendung.

4. Bruttominmdestentgelt trifft nicht immer die "Nettogarantie"

In letzter Zeit gab es einige Rückmeldungen von verunsicherten PersonalverrechnerInnen, dass das in der Bruttomindestengelttabelle des Arbeitsministeriums (BMAFJ) vorgesehene Bruttomindestengelt betraglich nicht immer die Nettoersatzsate erreichen würde. Dies kann aus verschiedenen Gründen tatsächlich vorkommen, ist aber durch die Bestimmung des § 37b Abs. 6 AMSG gesetzlich gedeckt. Mit der kürzlich ergangenen AMSG Novelle ist nämlich die Nettogarantie per Gesetz de facto in eine Bruttogarantie umgewandelt worden.

Für Differenzen zwischen dem Netto, das aufgrund der Bruttomindestentgelttabelle konkret herauskommt, und einer individuell errechneten Nettogarantie, kann es u.a. folgende mögliche Ursachen geben:

  • Die der Bruttomindestentgelttabelle zugrunde liegende Umrechnung (von Brutto vor KUA zum Mindestbruttogehalt während KUA) erfolgt unter Ausblendung individueller Personalverrechnungsparameter. Dies dient insbesondere der Gleichbehandlung von MitarbeiterInnen, die steuerliche Absetzbeträge über die Arbeitnehmerveranlagung geltend machen. 

  • Eine weitere Ursache kann in der Weitergewährung von Sachbezügen während der Kurzarbeit sein. Sachbezüge werden in das Bruttomindestentgelt eingerechnet und kürzen somit das Geldnetto.

  • Abweichungen können sich außerdem aus der ÖGK-Ansicht ergeben, wonach sich der auf den ARbeitnehmer entfallende ALV-Beitragssatz nicht nach dem tatsächlichen Kurzarbeitsentgelt, sondern nach der vollen SV-Beitragsgrundlage richtet (diese umstrittene Rechtsmeinung ist in der Bruttomindestentgelttabelle nicht eingebaut)

5. Aufgestocktes Jahressechstel für Sonderzahlungen bei Kurzarbeit

Im Jahr 2020 ist für Arbeitnehmer, deren laufende Bezüge aufgrund Kurzarbeit reduziert wurden bzw. werden, das Jahressechstel und das Kontrollsechstel pauschal um 15% zu erhöhen (unabhängig von der Dauer der Kurzarbeit). Dadurch sollen kurzarbeitsbedingte Sechstelüberhänge bei den Sonderzahlungen vermieden werden. Das Problem mit Sechstelüberhängen (z.B. infolge langer Krankenstände, Bildungs-/Pflegekarenzen, Arbeitszeitreduktionen etc.) wurde somit nicht generell gelöst, sondern nur in Bezug auf Kurzarbeiten im heurigen Jahr.

6. Durchführungsbericht (Version 1.2)

Betriebe, die Kurzarbeitsbeihilfe bezogen haben, müssen dem Arbeitsmarktservice (AMS) nach Ablauf der Behaltefrist bis zum 28. des Folgemonats einen Durchführungsbericht per eAMS-Konto übermitteln. Das AMS hat vor kurzem eine neue Formularversion (Version 1.2) für den Durchführungsbericht herausgegeben. Die neue Version ist etwas umfangreicher als die Vorgängerversion:

  • Enthalten ist ein neues Feld für Erläuterungen im Falle der Verminderung des Beschäftigtenstandes während der Kurzarbeit sowie im Falle der Verminderung des Beschäftigtenstandes während der Behaltefrist.

  • Weiters is eine vom Betriebsrat bzw. (in betriebsratslosen Betrieben) von der zuständigen Fachgewerkschaft abzugebende Erklärung zur Verminderung des Beschäftigtenstandes vorgesehen.

  • Der Betriebsrat (falls ein solcher im Betrieb vorhanden ist) hat durch Ankreuzen (Ja/Nein) zu bestätigen, ob er Wahrnehmungen hat, die den Angaben des Förderungsunternehmers widersprechen.

  • Die neue Formularversion enthält außerdem eine Ausfüllhilfe (Erläuterungen zum Durchführungsbericht). Es wird in sehr knapper Darstellung darauf hingewiesen, welche Förderungen im Durchführungsbericht anzuführen sind und welche nicht. Nicht angegeben werden müssen beispielsweise andere AMS-Förderungen und in den Teilabrechnungen bereits berücksichtigte Ersatzleistungen (z.B. nach § 32 Epidemiegesetz, Krankengeld, Sonderbetreuungszeiten gemäß § 18b AVRAG).

Download AMS Durchführungsbericht


Sie benötigen Beratung oder Unterstützung hinsichtlich der Kurzarbeitsregelungen? Kein Problem, die Expertinnen und Experten der COUNT IT Group greifen Ihnen gerne unter die Arme!

Zu unseren Kontaktmöglichkeiten