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3.5.2016 - COUNT IT TAX zur Abgrenzung von kleinen und großen Vereinsfesten & ihre steuerlichen Auswirkungen

COUNT IT TAX zur Abgrenzung von kleinen und großen Vereinsfesten

Warum ist die Abgrenzung von kleinen und großen Vereinsfesten ein steuerrelevantes Thema? In der Praxis der Vereinsbetreuung spielt die Abgrenzung von kleinen und großen Vereinsfesten eine immense Rolle.

In den letzten Monaten gewann die Unterscheidung noch mehr an Bedeutung, insbesondere durch die Einführung der allgemeinen Registrierkassenpflicht, welche nun mehr ab einem Jahresumsatz von € 15.000,- zur Anwendung kommt und nicht wie bisher ab € 150.000,-, und deren Ausnahme für kleine Vereinsfeste.

Die feinen Unterschiede zwischen kleinen und großen Vereinsfesten

Gemäß den Vereinsrichtlinien stellen kleine Vereinsfeste einen sogenannten entbehrlichen Hilfsbetrieb dar. Grundsätzlich sind Gewinne aus einem derartigen entbehrlichen Hilfsbetrieb körperschaftsteuerpflichtig. Dabei kann ein Freibetrag von jährlich € 10.000,- abgezogen werden, wobei Gewinne unterhalb dieser Grenze daher steuerfrei sind. Weiters schadet der Betrieb nicht der steuerlichen Begünstigung aufgrund der Gemeinnützigkeit des restlichen Vereins.

Ein sogenanntes großes Vereinsfest hingegen begründet einen begünstigungsschädlichen Geschäftsbetrieb, welcher sowohl körperschaftsteuer- als auch umsatzsteuerpflichtig ist. Parallel führt dies grundsätzlich zum Verlust der steuerlichen Gemeinnützigkeit des gesamten Vereins.

 

Welche Kriterien dienen zur Abgrenzung?

Zum kleinen Vereinsfest zählen jene Veranstaltungen eines Jahres, die insgesamt einen Zeitraum von 48 Stunden im Kalenderjahr nicht übersteigen, und folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Organisation – von der vorausgehenden Planung bis zur Mitarbeit während des Ablaufes der Veranstaltung – wird ausschließlich durch Vereinsmitglieder oder deren nahen Angehörigen vorgenommen. Die Mitwirkung durch Personen außerhalb dieser Kerngruppe ist nur dann zulässig, wenn die Tätigkeit den Vereinsmitgliedern nicht zumutbar ist, bspw. das Aufstellen eines Festzelts oder die Ausübung durch einen Experten behördlich angeordnet ist, wie bspw. die Durchführung eines Feuerwerks.

  • Die angebotene Verpflegung übersteigt ein beschränktes Angebot nicht und wird ausschließlich durch Vereinsmitglieder oder deren nahen Angehörigen bereitgestellt und verabreicht. Übergabe des gesamten oder eines wesentlichen Teils der Verpflegung an einen Dritten, wie bspw. ein Wirt oder Caterer, führt jedenfalls zum Vorliegen eines großen Vereinsfests.

  • Da die Organisation ausschließlich durch die Vereinsmitglieder und deren nahen Angehörigen vorzunehmen ist, dürfen auch Unterhaltungsdarbietungen ausschließlich durch Vereinsmitglieder oder regionale und der breiten Masse nicht bekannte Künstler erfolgen. Diese Unbekanntheit liegt vor, wenn die Künstler nicht durch Film, Fernsehen oder Radio bekannt sind und normalerweise für einen Auftritt nicht mehr als € 1.000,- pro Stunde verrechnen.

 

Gibt es steuerliche Auswirkungen durch die Abgrenzung?

Werden die oben genannten Kriterien zur Abgrenzung eines kleinen Vereinsfestes überschritten, hat dies umfassende steuerliche Auswirkungen – hinsichtlich der Körperschaftsteuer-, Umsatzsteuer- und Registrierkassenpflicht – zur Folge. Daher empfiehlt es sich, jedenfalls die Kriterien für ein kleines Vereinsfest einzuhalten. Jedenfalls zu beachten ist, dass ein allfälliger Überschuss aus dem kleinen Vereinsfest körperschaftsteuerpflichtig ist. Wie schon erwähnt, kann unter bestimmten Voraussetzungen der Freibetrag von € 10.000,- in Anspruch genommen werden.